Der historische Verladeturm Hafen Historie
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Als Wahrzeichen des Ortes stellen die Hafenanlagen Groß Neuendorf einen buchstäblich herausragenden Teil der 650-jährigen Ortsgeschichte dar, die seit jeher vom Warenumschlag auf die Oder geprägt ist.

Nach der Eindeichung des Oderbruchs vor rund 250 Jahren erreichte die Region mit dem Anschluss des Hafens an die Oderbruchbahn ab 1911 ihre Blütezeit; das frühere Sumpfgebiet entwickelte sich zur "Kornkammer Preußens" und zum "Gemüsegarten Berlins".
Die ursprünglichen Hafenanlagen stammen aus dem Jahr 1910.

Nach der Zerstörung der Anlagen im zweiten Weltkrieg wurden die heutigen Gebäude 1953 durch das "Entwurfsbüro für Hoch- und Industriebau Chemnitz des Ministeriums für Aufbau" im Auftrag der VEAB (Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb) Groß Neuendorf zum vollautomatischen Getreideumschlag von Lastkraftwagen auf Bahnwaggons und Schiffe neu errichtet.
Neben dem Umschlag über den Verladeturm wurde das Getreide aus dem Hinterland über Lastkraftwagen auch direkt in das Maschinenhaus geliefert, wo es in vertikalen Getreidebunkern getrocknet und gereinigt wurde, um es anschließend über die ehemalige Redlerbrücke West in die 100 m langen und 20 m breiten Kornspeicher Nord und Süd zu verbringen.
Von den Kornspeichern gelangte das Getreide über Saugkraft zurück in das Maschinenhaus, wo es abgepackt und in Lastkraftwagen abtransportiert wurde. Auch im Verladeturm wurden die Entladevorgänge mittels Saugkraft aus Kreiselpumpen bewerkstelligt, welche in einem eingeschossig angebauten Gebläsehaus untergebracht waren.
Der ehemalige Verladeturm wurde ebenfalls 1953 als "Turm für pneumatische Schiffs- und Waggon- Be- und Entladung" durch das "Entwurfsbüro für Hoch- und Industriebau Chemnitz des Ministeriums für Aufbau" im Auftrag der VEAB (Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb) Groß Neuendorf errichtet.

Sämtliche Krananlagen wie auch die wunderbaren Verladearme des Turms waren vor seiner Rettung durch Jens Plate Architekten bereits unwiderbringlich verloren.